Epoxid-Laminierharz
Häufige Fragen
Kann Epoxid-Laminierharz mit Laser geschnitten werden?
Nein: Epoxid-Laminierharz ist nicht für den Laserschnitt geeignet. Es ist eine ausreichende Absaugung/Belüftung erforderlich.
Kann Epoxid-Laminierharz per CNC bearbeitet werden?
Mit einigen Einschränkungen: Epoxid-Laminierharz kann per CNC gefräst werden.
Ist Epoxid-Laminierharz lebensmittelecht?
Nein, Epoxid-Laminierharz gilt nicht als lebensmittelecht.
Physikalische Eigenschaften
| Dichte | 1150,0–1250,0 kg/m³ |
|---|---|
| Zugfestigkeit | 70,0 MPa |
| Glasübergang (Tg) | 65,0 °C |
| Wärmeausdehnung | 50,0 µm/m·K |
| Feuchtigkeitsaufnahme | Gering |
Laserbearbeitung
Während der Aushärtung und bei jeder thermischen Bearbeitung setzen die Amine des Härters reizende und sensibilisierende Dämpfe frei. Bei Verbundlaminaten (Glas/Kohlefaser) kommt das Risiko einatembarer Silizium- und Kohlenstofffasern hinzu. HEPA- + Aktivkohlefilter-Absaugung zwingend erforderlich.
CO₂: Duroplast: schmilzt nicht und lässt sich nicht mit CO2-Laser schneiden. Die Zersetzung erzeugt dichten, giftigen Rauch mit Freisetzung von gasförmigem BPA und Fragmenten der Epoxidmatrix. Bei Laminierung mit Glas- oder Kohlefaser steigt das Risiko durch volatilisierte Mineralfasern drastisch.
Diode: Nicht anwendbar.
Faser: Im Maker-Kontext nicht anwendbar.
CNC- / Fräsbearbeitung
CNC-bearbeitbar nur nach vollständiger Aushärtung (mind. 24 h bei Raumtemperatur oder Nachhärtung im Ofen). Mit Glas- oder Kohlefaser laminierte Verbundwerkstoffe erfordern Wolframkarbid- oder diamantbeschichtete Werkzeuge. Hohe Drehzahlen (18.000–25.000 U/min), niedrige Vorschübe, eigene Absaugung. Keine HSS-Fräser verwenden: verschleißen in wenigen Durchgängen.
Nachbearbeitung
Schleifen: Schleifen möglich auf vollständig ausgehärteten Laminaten, beginnend mit 80–120er Körnung und steigend bis 320–400 für zu lackierende Oberflächen. Nach Möglichkeit immer nass schleifen, um Faserstaub zu begrenzen. FFP3-Maske zwingend erforderlich.
Grundierung: Epoxid- oder Polyester-Gelcoat ist die Standard-Oberfläche für Konstruktionslaminate. Für konventionelle Lackierung zweikomponentigen Epoxid-Haftgrund verwenden, um die Haftung zu gewährleisten.
Verkleben: Hervorragende Verträglichkeit mit strukturellen Zweikomponenten-Epoxidklebstoffen. Die Oberfläche muss mit 80er Körnung geschliffen und mit Aceton entfettet werden. An den Schnittkanten des Laminats dringt der Klebstoff in die poröse Struktur der freiliegenden Fasern ein und sorgt für eine robuste mechanische Haftung.
Mit der Zeit: Hervorragende UV-Beständigkeit bei Schutz mit Gelcoat oder UV-Lack. Ohne Oberflächenschutz neigt die Epoxidmatrix langfristig zur Vergilbung und Osmose in feuchten Umgebungen. Ausgezeichnete chemische Beständigkeit gegen Lösemittel, Kraftstoffe und Erdölprodukte.
Häufige Defekte
- Delamination zwischen Gewebelagen und Matrix durch unzureichende Imprägnierung oder Lufteinschlüsse beim Laminieren
- Trockene Stellen (weiß, harzarm) durch falsches Harz/Faser-Verhältnis — im Durchlicht sichtbar
- Übermäßige Exothermie in dicken Laminaten — in Schichten von max. 5mm pro Lage arbeiten
- Oberflächeninhibierung (klebriges Finish) durch Sauerstoffkontakt — Peel-Ply oder Deckschicht beim Handlaminieren
Sicherheit
Empfohlene PSA: gloves_nitrile, mask_p3, eye_protection
Der aminische Härter (Komponente B) ist stark haut- und schleimhautreizend. Wiederholter Kontakt führt zu dauerhafter Hautsensibilisierung. Doppelschicht-Nitrilhandschuhe, dicht schließende Schutzbrille, Maske mit P3+A1-Filter zum Mischen und Laminieren. Nicht in geschlossenen Räumen ohne Zwangsbelüftung arbeiten.
Verfügbarkeit und Formate
Handelsübliche Formate: Zweikomponenten-A+B-Kits in 5kg, 10kg, 30kg, Niederviskose Formulierungen für Vakuuminfusion (500–800 mPa·s), Formulierungen für Handlaminieren (1000–2000 mPa·s)
Verwandte Materialien
Quellen
- Hexion — EPIKOTE Resin MGS LR 135 Technical Data Sheet
- Sicomin — SR 8100 Laminating System TDS
- West System — Product Guide for Marine Use
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